Otto Stich: Ich blieb einfach einfach

Letzten Dezember erschien Alt-Bundesrat Otto Stichs Autobiografie. Das Buch ist schnell gelesen und sehr unterhaltsam. Einige Dinge blieben besonders haften:

  • Die "Viererbande" (Andreas Gerwig, Helmut Hubacher, Lilian Uchtenhagen und Walter Renschler) war sich offenbar meist zu schade, mit den anderen Genossen im Berner Volkshaus zu logieren. Stich bezeichnet die vier denn auch als elitär und machtversessen.
  • Das EU-Beitrittsgesuch wurde am 18. Mai 1992 in einer Hauruck-Aktion von den damaligen Bundesräten Flavio Cotti (CVP), Jean-Pascal Delamuraz (FDP), René Felber (SP), Adolf Ogi (SVP) gegen den Willen von Arnold Koller (CVP), Otto Stich (SP) und Kaspar Villiger (FDP) durchgeboxt.
  • Wider besseres Wissen stierte Adolf Ogi (Stichs Initimfeind) den Bau der NEAT inkl. Lötschberg-Simplon- UND Gotthard-Basistunnel durch und verursachte so ein finanzielles Debakel gigantischen Ausmasses. Grund: Ogi wollte seiner Heimat Kandersteg mit dem Lötschberg eine Freude bereiten.

Stich plädiert dafür, eine Maut einzuführen, um den Transitverkehr auf die Schiene zu zwingen. Notfalls müsse man das Transitabkommen mit der EU aufkündigen, welches der Schweiz eh nur zum Nachteil gereiche. Wahrscheinlich wird unsere Regierung nicht genügend Mumm haben, diese Massnahmen aufs Tapet zu bringen. Die 1994 von Volk und Ständen angenommene Alpeninitiative harrt weiterhin ihrer Umsetzung.

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